Ein wohliges Gefühl

Nichts ist anders, alles ist wie jeden Tag. Und doch befällt mich auf einmal dieses Gefühl der völligen inneren Befriedigung. Die Erkenntnis, dass alles gut ist. Beziehung, Job, der Sport, die kompletten eigenen Lebensumstände. Alles ist schlicht und ergreifend perfekt. Es fehlt an nichts. Keine gesundheitlichen Sorgen plagen und auch keine materiellen.

So wie es ist ist es gut. Hier und jetzt könnte ich das Glück in Tüten schaufeln, um es aufzubewahren. Wohlwissend, dass mich dieses wohlige Gefühl wieder verläßt, ob mit oder ohne Anlaß. Es dauerhaft zu begnießen und innere Ruhe zu spüren ist mir leider nicht gegeben. Aber jetzt ist gerade so reichlich davon da, dass ich es hier teilen möchte.

Also greift zu, so lange der Vorrat reicht!

Advertisements

Wer kennt einen guten Therapeuten

… für mich? 🙂

Ich lese ja normalerweise keine Leserbriefe. Neben wenigen guten Beiträgen wird mir da insgesamt einfach zuviel Dünnsinn von sich gegeben. Aber Jens machte mich heute auf einen Leserbrief aufmerksam, den ich mir dann doch einmal zu Gemüte führen mußte.

In der Nordwestzeitung vom 01.07.2017 wurde zum Thema „Ehe für alle“ ein Leserbrief veröffentlich, den ich einfach meiner Leserschaft nicht vorenthalten kann.

NWZ 01.07.17 01

Er ist einfach zu köstlich:

NWZ 01.07.17 02

Ich weiß nicht, ob sich der Herr mit dem Begriff „altmodisch“ wirklich treffend beschrieben hat 😆

Aber falls doch jemand einen guten Therapeuten kennt …. 😀

Wenn ich solche geistigen Ergüsse lese, bin ich immer wieder froh, in einer parlamentarischen Demokratie zu leben, in der es keine Volksentscheide gibt. Besser is das ❗

Wundern dürfte man sich da nicht

Die Niederländer sind ein symphatisches Volk. In der Regel erlebe ich sie als offen, freundlich und entspannt. Das aber auch in unserem Nachbarland nicht alles Gold ist was glänzt, läßt sich u. a. daran erkennen, dass dort schon seit langer Zeit die Rechtspopulisten unter Führung von Geert Wilders ein starkes Gewicht im Lande haben.

Da Populismus das neue Angstwort unserer Zeit geworden ist, schaute dann auch ganz Europa mehr als spannungsvoll in die Niederlande als dort Mitte März ein neues Parlament gewählt worden ist. Umso größer war allenthalben die Erleichterung als Herr Wilders denn doch keinen allzu großen Blumentopf gewonnen hat. Den Niederländern gebührt daher Dank und Respekt für die verantwortungsvolle Abstimmung. Der Preis dafür sind aber recht unklare Mehrheitsverhältnisse, die den Premiereminister Rutte zu sicher nicht ganz einfachen Koalitionsverhandlungen zwingen.

Dass aber alle daran beteiligten Parteien auch drei Monate nach der Wahl immer noch nicht zu Potte gekommen sind und sich gerade beim Thema Flüchtlingspolitik in den Haaren liegen, ist ein Trauerspiel und man kann nur inständig hoffen, dass sich die Damen und Herren an dem Verhandlungstischen ihrer Verantwortung noch bewußt sind und in absehbarer Zeit ein vernünftiges Bündnis auf die Beine gestellt bekommen.

Neuwahlen wären ein fatales Signal des Versagens der demokratischen Parteien. Wenn es dazu kommen sollte, könnte man es keinem Niederländer verdenken, wenn er sein Kreuzchen dann doch in der rechten Ecke des Wahlzettels macht.

Nach dem positiven Wahlausgang in Frankreich, dem durch Herrn Trump verkorksten G 7-Treffen und der in England auf die Nase gefallenen Frau May erlebt Europa gerade wieder so etwas wie ein Zusammenrücken und gestärktes Auftreten der EU. Da wäre es gut, wenn in den Niederlanden nicht wieder ein neues, explosives Faß aufgemacht werden würde. Möge dieser Kelch an uns vorbeigehen.

 

 

Und da lächelt er

Er, ein junger Afghane, ist schwieriger Mensch. Unruhig, fahrig, aggressiv, unzugänglich. Höchstwahrscheinlich traumatisiert sieht die Psychatrie bei ihm trotzdem keinen Handlungsbedarf.

Als Flüchtling in Oldenburg gelandet, wird er erst in einer größeren Unterkunft untergebracht, eckt dort nur an und treibt die Sozialarbeiter in den Wahnsinn. Nach geraumer Zeit kann er in ein kleines Ein-Zimmer-Appartement mit Kochnische und eigenem Bad, ein kostbares Gut in Oldenburg, umziehen. Aber auch dort kommt er nicht klar, das Appartement liegt in einem großen Wohnblock und der zählt nicht gerade zu den Topaddressen in der Stadt.

Er nervt weiter, will eine andere Wohnung. Versucht seine Interessen, auch bei den Behörden, mit Hilfe der Polizei durchzusetzen.  Die Polizei benötigen auch wir, um ihn aus unserem Büro herauszukomplimentieren. Aggression trifft auf Aggression. Ich gebe zu, auch ich war mit meiner Geduld ihm gegenüber am Ende.

Eine Kollegin erkennt hinter seinem Verhalten die Angst. Angst vor den anderen Bewohnern in diesem finsteren Block, in dem es immer wieder Vorfälle gibt. Seine Angst dort den Waschkeller benutzen zu müssen usw. Diese Kollegin hat dann auch noch die Idee ihn nochmals anderweitig in einer wenig schicken, aber in einem besseren und kleineren Haus gelegenen Miniwohnung unterzubringen. Diese muß allerdings noch umgebaut werden.

Wir informieren den jungen Mann, er kann sich vorab die Wohnung schon mal anschauen und möchte dort einziehen. Aber wie das mit Baumaßnahmen immer so ist, es kommt immer wieder zu Verzögerungen. Er fragt immer wieder nach, beherrscht sich und bleibt, in Erwartung auf die Verbesserung, geduldig.

Nach über einem Vierteljahr konnte er diese Woche nun endlich umziehen. Gestern war er noch einmal im Büro und fragte noch nach Kleinigkeiten. Auf meine Frage, ob es nun gut für ihn ist, antwortet er in seiner fahrigen Art mit Ja und lächelt!

Ich hatte ihn noch nie lächeln sehen. Das hat mich berührt. Ich wünsche ihm, dass er nun endlich etwas zur Ruhe kommt. Natürlich wird die bessere Wohnsituation alleine ihm nicht helfen können, aber es ist ein wichtiger Schritt.

Ein Einzelschicksal von Abertausenden.

Reden um des Redens Willen

Warum können eigentlich soviele Menschen das Schweigen nicht ertragen?

Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerne rede, auch auf einem Niveau, das so tief liegt, dass es nicht einmal mehr zu finden ist. Spaß und auch Albereien sind wichtig und gehören zum Leben dazu und da beteilige ich mich gelegentlich nur zu gerne.

Ich meine auch nicht das inhaltsleere Geschwafel, das viele unserer Politiker an den Tag legen oder irgendwelche Experten, die meinen aktuelle Ereignisse kommentieren und bewerten zu müssen, oder gar Talk Shows.

Was ich meine, ist das alltägliche Gesabbel, das sich einfach um nichts dreht. Wie wenn z. B. Kollegen montagmorgens fragen: „Was hast du am Wochenende gemacht?“

Was verbirgt sich hinter so einer harmlosen Frage und was sind die Antworten darauf? Hintergrund dieser Frage ist einfach ein Gespräch anfangen zu wollen, um des Redens Willen.

Und die Antworten? Ich antworte, meistens bei einem speziellen Kollegen, immer mit „Verschiedenes“. Frage beantwortet, Gespräch erledigt, Kollege beleidigt.

Aber was sollte ich auch sonst antworten?

  • Ich hatte am Wochenende hemmungslosen, geilen Sex? – Geht niemanden etwas an, gerade ihn nicht.
  • Ich habe mich gnadenlos betrunken und Dieter Bohlen geguckt? – Damit würde ich mich NIE outen.
  • Ich habe das Bad geputzt, das Auto gewaschen, den Rasen gemäht? – Interessiert keine Sau.
  • Ich habe meinen Lieblingssport, mein Lieblingshobby betrieben? – Führt nur zu verdrehten Augen, will er auch nichts von hören, will keiner was von hören.

Und so weiter und so fort. Also ich habe in der Regel keine Lust darüber zu reden und will es auch von keinem anderen wissen.

Zum Glück bewege ich mich auch nicht in Gesellschaftskreisen, wo der so genannte Smalk-Talk an der Tagesordnung ist. „Wie gehts der Gattin?“, „Sind die Kinder wohlgeraten?“, „Haben Sie schon die neue Kollektion von Dior gesehen?“, „Haben Sie schon gehört, Jaguar hat jetzt auch einen SUV herausgebracht“. Entsetzlich!

Auf der anderen Seite muß ich auch nicht nur hochgeistige Gespräche führen, nicht täglich über den Sinn des Lebens sinnieren, keine wissenschaftlichen Abhandlungen diskutieren und nicht immer die große Weltpolitik erörtern. Solche Gespräche machen Spaß, aber nicht mit jedem und nicht immer und überall.

Nein, ich möchte einfach mal meine Ruhe haben. Einfach mal in einem Raum, sei es ein Büro, an einem Tisch im Café oder bei einer Autofahrt, sprich wenn man mal gerade nicht nur für sich ist, schweigen können.

Gespräche ergeben sich von ganz allein. Schweigen aber auch. „Einfach mal die Fresse halten“, wenn es nichts zu reden gibt. Aber nein, es wird geplappert ohne Sinn und Verstand bis die Ohren bluten. Umweltverschmutzung kann auch verbaler Natur sein. Ich empfinde das häufig als sehr erschöpfend und unfruchtbar.

Warum habe ich das Ganze hier jetzt geschrieben? Weiß ich auch nicht. Wollte ich einfach mal drüber reden. Mußte raus. Ist mir jetzt auch schon irgendwie unangenehm…

Wie ist denn das Wetter bei Euch gerade so? Habt Ihr am Wochenende was vor? …

 

 

Ei, wer twittert denn da?

Zu dem vermuteten Anschlag in Berlin mag ich mich nicht äußern, dass wird von anderen Seiten mehr als im Überfluß getan.

Was mich allerdings nahezu fassungslos macht, ist der Einsatz von Twitter durch die Polizei. Kann ich es im ersten Schritt noch nachvollziehen, dass man unmittelbar nach einem solchen Ereignis den Menschen Infos und Verhaltensregeln auf den Weg gibt, ist es für mich im weiteren Verlauf unerträglich, dass die Polizei wie ein selbstverliebter Teenager jeden Mist twittert, wie zum Beispiel:

PolizeiBerlinEinsatz @PolizeiBerlin_E

Der Lkw vom #Breitscheidplatz wird für die weitere Spurensicherung abgeholt. Wir bitten aus Pietätsgründen keine Fotos davon zu verbreiten

21:36 – 19.Dez. 2016

PolizeiBerlinEinsatz @PolizeiBerlin_E

Unsere Ermittler gehen davon aus, dass der LKW vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am #Breitscheidplatz gesteuert wurde

20.12.2016 05:51 Uhr via Twitter

Und jeder Honk kann auf solche Tweets auch noch seinen unqualifizierten Mist beisteuern. Retweeten scheint das zu heißen. Das ist unerträglich!

Ich selber habe diese Beispiele vom tagesschau.de-Liveblog gefischt, wohlwissend warum ich solche sozialen Medien nicht nutze.

Jetzt sind sie sowieso schon alle wieder da: Die Berufsbetroffenen, die Hetzer, die Besserwisser, die Dünnsinnredner, die Populisten und sonstige Vollpfosten. Da muß gerade die Polizei ihnen noch eine zusätzliche Plattform bieten.

Ich frage mich, welcher Narzisst da bei der Polizei wohl am Smartphone sitzt und solche bedeutungsschweren Tweets verfasst. Und wieso überhaupt ausgerechnet Twitter? Da fühlt sich der allgemeine Facebooker aber ausgegrenzt. Oder hat die Polizei da auch noch einen hochrangigen Facebook-Beamten? Ich weiß es nicht und will es auch gar nicht wissen. Mit Seriösität, wie ich sie von einem solchen Sicherheitsorgan erwarte, hat das in meinen Augen nichts mehr zu tun.

Am besten wäre es nach so einem Ereignis generell erstmal 48 Stunden jede Informationen von sich fernzuhalten, bis es wirklich brauchbare und gesicherte Erkenntnisse gibt. Aber das ist in dieser medialen Welt wohl kaum möglich.

Den Tagesschau-Liveblog habe ich jedenfalls abgeschaltet und auch sonst werde ich mir in den nächsten Stunden bewußt erstmal keine Informationen einholen.

Alle Jahre wieder

… kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Dieses Weihnachtslied mag ich persönlich sehr gerne, geht es hier doch noch um den Ursprung des Weihnachtsfestes. Ich bin zwar selber kein gläubiger Mensch, kann aber der Weihnachtsgeschichte durchaus etwas abgewinnen. Das mag daran liegen, dass ich das in der Schule alles mal so gelernt habe. Vielleicht ist es aber auch nur eine romantische Verklärheit in Bezug auf dieses glanzvolle Fest.

Der christliche Bezug ist ja nicht erst mit dem von Coca Cola erfundenen Weihnachtsmann etwas in den Hintergrund getreten. Allerdings will ich das hier gar nicht kritisieren. Weihnachten hat für jeden seine eigene Bedeutung und das ist ja auch gut so. Weihnachten steht für mich für Festlichkeit, Besinnlichkeit, für gemeinsame Stunden mit der Familie und Freunden. Ich mag diesbezüglich Traditionen, weihnachtliche Musik und den Lichterglanz in den Städten.

Aber genauso alle Jahre wieder, spätestens wenn das erste Weihnachtslied im Radio, gespielt wird, kommt das ewig gleiche, ebenfalls fast schon traditionelle Genöhle und Gemecker über Weihnachten und die Vorweihnachtszeit.

Bähh, da liegen schon im Hochsommer die Lebkuchen in den Supermarktregalen. Bäh, dieses ewige Weihnachtsmusikgedudel geht mir auf die Nerven. Bäh, Weihnachten ist doch eh nur noch Kommerz. Bäh, auf den Weihnachtsmärkten wird doch nur gesoffen. Bäh, Weihnachten wird nur zwanghaft auf Familie gemacht und heile Welt gespielt, während man sich sonst das ganze Jahr über nur die Augen auskratzt. Bäh, bäh, bäh.

Immer wenn ich mich gerade wieder der weihnachtlichen Stimmung hingebe, ich mich an den Lichtern, der Musik, den festlich geschmüchten Häusern erfreue und mir ganz warm ums Herz wird, kommt irgendjemand um die Ecke und haut mir seine Bähs um die Ohren.

Diese Irgendjemande sind aber bestimmt diejenigen, die sich schon im August die Dominosteine in den Kopp hauen, wochenlang hektisch durch vollgestopfte Innenstädte rennen, um für Tausende von Euros Geschenke zu kaufen, die sich auf dem Weihnachtsmarkt die Hucke vollsaufen und am Heiligabend direkt nach der Bescherung von der Familie abhauen, um irgendwo Party zu machen.

Wisst ihr was, ihr Nervbolzen? Am Arsch, geht mir nicht auf den Sack mit Eurem Gequake, das will keiner hören! Spekulatius im Sommer, Kommerz, Hektik, all das habt selber in der Hand. Party geht das ganze Jahr, ist da ein Abend im Jahr mit Familie zu verbringen zu viel verlangt? Also laßt mich mit eurer Negativkiste in Ruhe und behaltet gefälligst eure schlechte Laune für euch!

Ich möchte diese Zeit genießen, einfach mal runterfahren, Ruhe und Frieden finden. Mich dem Zauber hingeben, den diese Zeit seit meiner Kindheit hat. Ich möchte gemütliche Stunden mit der Familie und Freunden bei guten Gesprächen verbringen.

Und ich möchte mir die Sissi-Filme im Fernsehen anschauen. Basta!